Kinderheime in der Schweiz Historische Aufarbeitung

unter Einbezug von Berichten ehemaliger Heimkinder, Zeitzeugen, Akten, Bildquellen und Literatur. Ein Projekt der Guido-Fluri-Stiftung. Projektleitung: Dr. Thomas Huonker

"Überlebenskampf einer Schweizer Grossfamilie in Luzern
Angefangen hat alles mit unserer (Vater wie Mutter) Vor-und Lebens-Geschichte. Diese war alles andere als schön und "normal", was das auch immer heisst, normal! Ich, Vater und meine Frau sind in den staatlichen und kirchlichen Heimen aufgewachsen, und was wir als Kinder
durchmachen mussten, kann sich ein normal aufwachsender Mensch schwer vorstellen, ausser sein Elternhaus war auch kaputt. Misshandlungen und Demütigungen sowie Liebes-Entzüge gehörten zum Alltag. Während meine zukünftige Frau weiter in Heimen weilte, ging es mit mir weiter in der Karriere, Gefängnis u.s.w., bis es gelang, unter schwersten Anstrengungen einen Schlussstrich zu ziehen. Nun, wir haben uns gefunden und eine Familie gegründet, denn das Bedürfnis nach einer intakten, fürsorglichen Familie war gross in unseren verwundeten Herzen.
Während um uns herum 60% aller "normalen" Ehen kaputt gehen, sind wir trotz allen Widrigkeiten und Menschenrechtsverletzungen immer noch glücklich verheiratet, und haben 6 gesunde, aufgestellte Kinder, die mit Vater und Mutter leben dürfen, was wir vielfach schmerzlich vermisst haben. Aber es gibt Leute und Institutionen, die anderer Meinung sind. Zum Beispiel Pro Juventute: Zitat ex Stellenleiterin: Wir dürften keine Kinder haben, das wäre eine Sauerei, dass wir sie auf die Welt gebracht haben. Auch der alte Quartier-Polizist ist der Meinung, dass wir kleine "Verbrecher" züchten und die Vormundschaft uns unsere Kinder wegnehmen müsste.
Nur musste sie wieder abziehen, weil es den Kindern an nichts fehlt. Nach meiner besagten Karriere habe ich auf einem Fachgebiet, Tierpflege, eine Arbeitsstelle gefunden. Sie hat mir sehr gefallen, aber der Verwalter nützte mich aus und nahm meine Erfolge in der Tierpflege für sich in Anspruch, mit der Begründung, ich könne froh sein und das Maul halten. Nur "leider'' bin ich kein guter Arschkriecher, was eben zu Entlassung und gesellschaftlicher Ächtung geführt hat.
Bei dem Filz hier in Luzern ein Todesurteil. Nun, jetzt als Sozial-Parasiten und somit "subversive" und "abartige" Elemente mussten wir mehrmals den Wohnort wechseln, mit all den unangenehmen Folgen und Kosten. Denn nirgends durften wir leben und Mensch sein, manchmal dachten
wir, unsere Hautfarbe müsste braun sein, auch die der Zunge. Jetzt sind wir seit fünf Jahren in einer Siedlung von ehemaligen Sozialfällen und immer noch Sozialfallen, gescheiterten und kaputten Ehen, AHV, Ausländer u.s.w., und wir sind wieder die Arschlöcher und vieles mehr; Zitat Supermenschen sprich Nachbarn. Schon der erste Abend in der neuen Siedlung,hat uns gezeigt, wo wir hineingeraten sind. Die lieben alteingesessenen Nachbarn begrüssten uns mit Arschloch, Schwein, Dreckskerl, u. s. w.; dazu kamen Prügelandrohungen und auch Morddrohungen gegen mich und meine Kinder. Zum Beispiel versuchten schon zwei Nachbarn, ein Mohammedaner und ein Spanier, einen meiner Buben, der sich halt wehrt, mit dem Auto anzufahren. Von der Polizei kann kein Beistand erwartet werden, denn als Sozialfall hat man keine Rechte, im Gegenteil wurde ich auch schon von diesen Herrschaften misshandelt, wenn ich mich für meine Kinder wehrte.
Es gibt noch mehr Beispiele dieser Hetz- und Verfolgungs-Kampagne. Auch als ein frustrierter, älterer, von Kinderlärm genervter Mann mit einer Schusswaffe einen Warnschuss abgab, ging die Polizei nicht zu diesem Kinderhasser, sondern zu mir: Ich hätte den Schuss abgegeben, obwohl
es Zeugen gibt. Diese vor allem älteren Leute fühlen sich als Könige und intrigieren allerorts, so dass die Siedlung nicht zur Ruhe kommt und es immer wieder zu Tätlichkeiten kommt.
Auch eine neue Arbeitsstelle für mich wurde schnell kaputtgemacht mit hinterlistigen Telefon-Anrufen. Es kam aber noch schlimmer, die Frau des Chefs wollte Sex mit mir, mit der Aussage, ich könne froh sein, eine Arbeitsstelle zu haben. Die nächste Entlassung folgte. Wieder versuchte
ich es mit einem Beschäftigungs-Programm, aber leider in Luzern, denn Mobbing, Ausgrenzung und meine Vorstrafen verhinderten eine sogenannte Integration. So zieht sich das Leben dahin, als ausgestossenes Individuum, immer wieder der Menschenrechte beraubt. Mein Leben bedeutet Kampf für alle mögliche Rechte gegen eine intolerante Gesellschaft, die wir tagtäglich erfahren.
Wir sind Schweizer Flüchtlinge in der eigenen Heimat. Aber wir hoffen auf eine neue Heimat für uns, in der wir auch mal die Vorteile der Schweizer Humanität zu spüren bekommen."

Dies der uns zugesandte Text im Wortlaut. Wer für diese Familie eine gute Wohngelegenheit vermitteln kann, soll sich doch bitte bei uns melden, wir würden das Angebot dann weiterleiten.