Kinderheime in der Schweiz Historische Aufarbeitung

unter Einbezug von Berichten ehemaliger Heimkinder, Zeitzeugen, Akten, Bildquellen und Literatur. Ein Projekt der Guido-Fluri-Stiftung. Projektleitung: Dr. Thomas Huonker

Videos zum Thema

Interview mit Sonja Muff-Fink, * 1946, am 25. November 2014

Die Mutter von Sonja Muff-Fink wurde mehrfach administrativ versorgt, davon zwei Mal in Bellechasse. Die Kinder wurden ihr weggenommen. Sonja wuchs bei Pflegeeltern in Reitnau AG auf; die Pflegemutter war Alkoholikerin und drohte immer wieder mit Selbstmord, der Pflegevater schlug sein Pflegekind brutal. Auch der Lehrer, ebenfalls gewalttätig, war ein Vertreter schwarzer Pädagogik. Halt und Zuwendung gaben Sonja ihre Schulfreundin und deren Familie. Der Vormund, der damit angeblich verhindern wollte, dass sie "werde wie ihre Mutter", versorgte sie 1963 administrativ in einem Heim für Schwererziehbare, in der evangelischen Anstalt Lutzenberg AR. Von dort aus verrichtete unbezahlte Arbeit in einer Herrenhemdenfabrik. Auch ihr Lohn an anderen Arbeitsstätten wurde bis zur Volljährigkeit von den Vormunden verwaltet; die Abrechnung hat sie bisher nicht zu Gesicht bekommen. Nach einer Lehre als Eisenwarenverkäuferin nahm sie ihr Leben selber in die Hand und gründete mit ihrem leider vor einigen Jahren verstorbenen Mann eine Familie. Sie erzählt sehr lebendig und anschaulich und kommentiert auch die aktuellen Abläufe der Aufarbeitung dieser Geschichte.

 

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