Kinderheime in der Schweiz Historische Aufarbeitung

unter Einbezug von Berichten ehemaliger Heimkinder, Zeitzeugen, Akten, Bildquellen und Literatur. Ein Projekt der Guido-Fluri-Stiftung. Projektleitung: Dr. Thomas Huonker

Videos zum Thema

Interview mit Marlies Birchler ( * 1.1.1950), 29. Januar 2015

Interview mit Marlies Birchler am 29. Januar 2015 (107 Min) mit Nachtrag vom 5. Februar 2015 (43 Min) Marlies Birchler, geboren am 1. Januar 1950, ist im Waisenhaus Einsiedeln, in weiteren Heimen, Anstalten und Pflegeplätzen aufgewachsen. Vor allem im Waisenhaus Einsiedeln litt sie unter den harten Strafen (Schläge, Einsperrung) und der religiösen Einschüchterung durch die dort tätigen Ingenbohler Schwestern. Nur wenige von ihnen hatten einen sanfteren Umgang. In den Heimen und an den Pflegeplätzen musste sie hart arbeiten. Ihr Leben blieb geprägt von diesen Erfahrungen (Suizidversuch, Depressionen). Während sie dank therapeutischer Hilfe und grossen persönlichen Anstrengungen nachträglich eine Ausbildung und ihr Berufsleben absolvieren konnte, endete ihr Bruder, der zunächst ebenfalls m Waisenhaus Einsiedeln aufwuchs, später als Verdingkind bei einer Bauernfamilie, in der Drogenszene, in psychiatrischen Anstalten und schliesslich durch Selbstmord. Betreffend Finanzen ist es sehr erstaunlich, dass Frau Birchler nach Erreichen der Volljährigkeit eine Rechnung über mehrere tausend Franken an die Vormundschaftsbehörde Einsiedeln zahlen sollte, obwohl diese ja den Lohn ihrer Arbeit als Büglerin in einer Anstalt eingezogen hatte. Sie wehrte sich zwar, musste aber trotzdem einen Teilbetrag zahlen.

 

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