Kinderheime in der Schweiz Historische Aufarbeitung

unter Einbezug von Berichten ehemaliger Heimkinder, Zeitzeugen, Akten, Bildquellen und Literatur. Ein Projekt der Guido-Fluri-Stiftung. Projektleitung: Dr. Thomas Huonker

Gedenkanlass 11 April

Gedenkanlass 11 April

Beitragvon Dome » Do 11. Apr 2013, 21:59

Bis zum heutigen Tag sind meine Erfahrungen mit Staat und Behörden von äusserst unerfreulicher Natur. Und bis heute musste ich immer wieder und regelmässig am eigenen Leib erfahren mit welcher Verlogenheit und Willkür bei Staat und Behörden vorgegangen wird.
Deshalb wollte ich heute auch nicht als schweigendes Opferlamm zu Gedenkanlass in Bern erscheinen. Sondern hatte ich mir zu diesem Zweck zwei Plakate drucken lassen, über welche ich meine Meinung zu dem Thema kund tun wollte. Zudem hatte ich mir noch eine Unterschriftensammlung vorbereitet in welcher es um Forderungen gegenüber den Behörden ging. Denn letztendlich sind wir die Opfer von fürsorgerischen Massnahmen in nicht unerheblichem Ausmass an Leib und Vermögen geschädigt worden. Gemäss dem Verursacherprinzip ist es daher nicht von der Hand zu weisen, dass Forderungen gegenüber Staat und Behörde absolut gerechtfertigt und angebracht sind. Es kann nicht mit einer billigen Entschuldigung getan sein und wir sollen dabei auf dem Schaden sitzen bleiben.
Damit bin ich absolut nicht einverstanden und auch die meisten anderen mit welchen ich bei diesem Anlass ins Gespräch kam, teilen diese Meinung. Doch was den erwähnten Gedenkanlas betrifft, so war ich bereits zuvor eher skeptisch und konnte die Frage, ob dies nur eine Alibi-Übung unserer Regierung sei nicht von der Hand weisen. Leider wurde ich in meiner Vermutung auch gleich bei meiner Ankunft bestärkt, denn noch bevor ich überhaupt die Treppe zum Saal herauf gehen konnte, erfolgte bereits eine Ausweiskontrolle. Da ich weder randaliert, noch mich in irgendeiner anderen Weise aggressiv verhalten habe, erachte ich dies als absolut diskriminierend. Zudem muss ich dies auch als eine Art Einschüchterungsversuch werten, bei welchem jenen, welche nicht schweigen wollen, gleich der Tarif angesagt wird.
Obschon ich also als Opfer an diesen Anlass eingeladen wurde, wollte man mich zuerst einmal gleich mittels dieser Kontrolle ausbremsen. Keine zwei Minuten später wollte man mir den Eintritt zu der Veranstaltung zuerst verweigern. Als ich mich damit jedoch nicht abspeisen liess, durfte ich nach langen Abklärungen letztendlich doch noch den Saal betreten. Allerdings wurde es mir untersagt, so wie alle anderen die Veranstaltung im Saal der Opfer zu besuchen. Denn nur unter der Auflage und mit der fadenscheinigen Begründung, dass es dort keine freien Plätze mehr haben würde, wurde ich also auf die Loge verbannt. Hinzu kommt noch, dass ich während der ganzen Veranstaltung exklusiv von einem extra für mich abgeordnetem Beamten verfolgt und überwacht wurde. Und wie ich beim hinunterschauen in den Saal feststellen musste, war auch die Behauptung von wegen vollem Saal genauso wie ich es bereits vermutet hatte eine aalglatte Lüge. Denn es waren dort sicherlich noch mehr als 30 freie Plätze zu verzeichnen.
Auch als dann unsere Politiker ihre Reden abhielten musste ich den Saal verlassen, auch wenn dies nicht an dem Überwacher in meinem Genick lag. Doch konnte ich deren Gelabber grösstenteils nur als blanke Arroganz und nackten Hohn gegenüber uns den Opfern empfinden. Auch was die Ansprachen der Opfer angeht, so erscheinen mir diese zwar herzergreifend und sicherlich auch in deren Wahrheitsgehalt nicht zu beanstanden zu sein. Doch habe ich auch von den Opfern nur die Berichtseite gehört, die Nennung des Schadens welcher heut noch zu verzeichnen ist, genauso wie deren eventuelle Vorstellungen über Massnahmen betreffend einer Schadensregulierung vermisst. Und es drängt sich mir die Vermutung auf, dass zwar eine gewisse Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit diesem Thema vorhanden ist. Jedoch scheint man meines Erachtens ganz gezielt nur jene Stimmen zu Wort kommen, deren Haltung von gemässigter Natur ist. Während solche die wie ich mit Bestimmtheit auf eine Schadensregulierung drängen nicht gehört werden wollen.
Des Weiteren stellt sich mir auch die Frage, respektive erachte ich es als für dieses korrupte System als typisch, dass nicht etwa ein Opfer dieser Politik, sondern ein alt Ständerat mit der Leitung dieser Aufgabe betraut wurde. Weshalb aber wird jemand, der unser Leid überhaupt nicht nachvollziehen kann mit einer solchen Aufgabe betraut?! Weshalb wird nicht den Opfern geholfen, sondern einem alt Ständerat durch diese Aufgabe ein fetter Zusatzverdienst in die Tasche gespielt?!
Weshalb sind alt Ständerat, Experten, Psychologen und dergleichen und nicht die Betroffenen die bestimmenden Faktoren bei diesem Thema?! Und waren es nicht etwa auch Verwaltungsbeamte, Experten und Psychologen welche damals für die erfolgten fürsorgerischen Zwnagsmassnahmen verantwortlich waren?!
Ich denke, dass hier noch einiges ganz gewaltig nach Betrug und verarsche riecht, weshalb es mir auch ein Anliegen ist, an den runden Tisch zu kommen. Auch wenn ich dies eigentlich gar nicht möchte, denn was ich eigentlich möchte ist lediglich auch noch ein Stück leben haben zu dürfen. Offensichtlich aber scheint es notwendig mich dafür einzusetzen für mich genauso wie für all jene Anderen, welche sich nicht weiterhin mit billigen Entschuldigungen abspeisen lassen wollen.
Somit ersuche ich alle Opfer fürsorgerischer Massnahmen, welche meine Meinung teilen mich mit einer Email zu unterstützen in welcher der Wunsch mich als Teilnehmer des runden Tisches zu sehen, hervor geht. E-mails bitte senden an: grundrecht@jumperdome.ch
Dome
 
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Re: Gedenkanlass 11 April

Beitragvon Marcel43 » Fr 12. Apr 2013, 13:28

@Dome

Habe Ihren Bericht mit grossem Interesse durchgelesen und kann Zeile um Zeile von deren
Richtigkeit nur bestätigen. Ich habe mir das Video-Interview von Herr Zingg angeschaut, aber
wie er die BR Sommaruga gelobhudelt hat musste ich doch fast "rückwärts essen". Das ganze
Theater war doch eine einzige und menschenverachtende Farce. Leider habe ich keine Brichte der

offiziellen und halboffiziellen Oratoren, die da auch noch ihren Senf im Namen der Behörden
dazu beitrugen. In Etwa kann ich mir aber deren Gesülze ausmalen.
Es hat mich sehr befremdet, wie beim Einlass ins Casino mit Ihnen verfahren wurde. Gibt es nun
auch in der Schweiz diese Stasi-Methoden ?
Ich komme nicht umhin mit der Annahme, dass ehemalige Verdingkinder, die eine Erlaubnis zum Reden

hatten, zuvor schon sorgfältig ausgewählt wurden. Anders ist es mir nicht erklärbar. Ich verstehe
nun auch vollkommen, aus welchem Grunde man Sie hinauskomplimentiert hatte, sowie die Politiker

anfingen ihr Gelaber rauszulassen: "Vorbeugende Massnahmen" !! Man wollte sich ganz bewusst nicht
darauf einlassen, dass Hardliner unter den Opfern eventuell konkretere Fragen stellen könnten,
was ja schlussendlich zu einem Tumult hätte führen können. Das ganze Gesülze war in keiner Weise

ernst gemeint und ist somit zu einer einzigen niederträchtigen und abscheulichen Farce geworden.

Alibi-Uebung pur ! Solches Gebahren wird sich in der Schweiz nie ändern, es wird sich nur immer
und immer wieder wiederholen.
Ich habe mir bei "20 Minuten" die verschiedenen Blogs zu diesem Thema angeschaut, habe auch auf
ein paar geantwortet. Habe dabei festgestellt, dass viele Blogger zu dieser Sache nicht den

geringsten Hochschein haben. Der grosse Teil dieser ist nur besorgt, dass man seine Steuern für

Wiedergutmachungszahlungen verwenden könnte. Das gängigste Argument ist dann: "Ich war damals
noch nicht auf der Welt, also geht mich das alles nichts an, und warum sollte ich mich dafür
finanziell beteiligen müssen". Ich will aber dabei alle diejenigen nicht vergessen, die Mitgefühl
für unsere oftmals dreckige und erniedrigende Vergangenheit haben, die wirkt irgenwie wie Balsam
auf alte nichtmehr verheilende Wunden.
Seit Jahren schon lebe ich weit entfernt von dem, was einmal meine Heimat war. Ich bereue meinen

Entschluss auszuwandern nicht. Wenn man sich daheim nicht mehr zuhause fühlt, ist man daselbst
nicht mehr zuhause. Ich habe mich eines tages der Worte von Erich Kästner erinnert, der da sagte:
"Mit diesem Volke ist kein Staat zu machen." (er hatte damals zwar nicht die Schweiz damit gemeint),
ist aber heute gar nicht mal mehr so daneben !

mvg Marcel R. Schaffer
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Marcel43
 
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Re: Gedenkanlass 11 April

Beitragvon Dome » Sa 13. Apr 2013, 20:09

Hallo Marcel,
es stimmt, die Mentalität unserer Behörden ist vorwiegend jene, erst ein Feuer zu entfachen und anschliessend Benzin hinein zu schütten, da man das Feuer ja löschen muss. Und als ob dies nicht genug des Wahnsinns wäre, ist man hinterher sogar noch in der Lage sich darüber zu wundern, weshalb das Feuer nicht aus geht, trotz all der krampfhaften Löschversuche.
Leider ist dies die Erfahrung, welche ich seit 48 Jahren machen muss, doch weist dies eher auf Dummheit als auf Bösartigkeit hin. Und ohne Frage gibt es in unserer Regierungen massenweise gewissenlose Leute die vor keiner Schandtat zurück schrecken, wenn man sich dadurch entsprechend bereichern, oder profilieren kann.
Doch habe ich auch des Öfteren Zeit in der Kantine vom Bundesrain verbracht, da auch mein Vater dort gearbeitet hatte. Und bei diesen Aufenthalten konnte ich genügend Kantinengespräche mit verfolgen, um mir ein Bild über die Dame und Herren dort zu machen. Faktisch gesehen also mögen diese Herrschaften zwar studiert haben, doch aus menschlicher Sicht konnte ich nur zu dem Schluss kommen, dass diese Menschen einfach nur sehr einfältig sind und den Bezug zu einer anderen, als ihrer eigenen Realität verloren haben. Geht es jedoch darum selbst aus den besten Ideen noch Scheisse zu machen, dann legen diese Herrschaften ein erstaunliches Talent zu Tage. Womit sich wieder einmal bestätigt, dass jeder irgendetwas etwas gut kann.
Über die Verlogenheit von Behörden muss ich mich nicht gross auslassen, denn jeder wird begriffen haben, dass ich diese mehrheitlich mit Verbrechen in den selbe Sack stecke. Doch ich selbst wurde mein Leben lang vorverurteilt und diskriminiert, womit ich mir nicht den Vorwurf machen lassen will, selbst nicht besser zu handeln. Von daher also werde ich nicht hinter dem Berg zurück halten um meine berechtigten Zweifel an den ehrlichen Absichten der Behörden weiter zu vermitteln. Genauso wie ich auch die Gründe für meine Zweifel weiter vermitteln werde. Doch stirbt die Hoffnung bekanntlich zuletzt, weshalb ich nicht so weit gehen möchte bereits jetzt schon mit Sicherheit behaupten zu wollen, dass nichts im Sinne einer Schadensregulierung getan wird.
Solange sich diese Tätigkeit jedoch auf Akteneinsicht beschränkt, der Vorstand dieser Aktivitäten nicht in die Hände direkt Betroffener, sondern in jene eines alt Bundesrates gelegt werden und solange nur gemässigte Stimmen an dem runden Tisch zugelassen werden, muss ich diese Angelegenheit als zweifelhaft betrachten. Was natürlich den logischen Schluss einer Alibi-Übung mit sich zieht.
Des Weiteren wurde ich übrigens während den Reden der Behörden nicht ausgeschlossen, sondern ich musste wie einige andere auch, den Saal deshalb verlassen, weil diese Reden einfach nur blanker Hohn waren. Bevor ich also den Menschen in der Reihe vor mir, mein halbverdautes Essen ins Genick schüttete, verliess ich lieber den Saal.
Und worauf ich auch noch eingehen wollte, war das Thema Entschädigungen, über welche in verschiedenen Blogs und Kommentaren heiss diskutiert wird:
Dass von einer Entschädigung überhaupt gesprochen wird, erachte ich als einen weiteren Beweiss, der Unendlichkeit menschlicher Dummheit. Denn das was wir erleiden mussten und teilweise immer noch müssen, kann man mit absolut nichts entschädigen!
Dennoch kann man sich nicht mit einer billigen Entschuldigung aus der Affäre schleichen, sondern hat den verursachten Schaden zu verantworten. So also wie es eine Dummheit ist von einer Entschädigung zu sprechen, so ist es auch eine absolute Unverschämtheit finanzielle Leistungen gleich vorab ausschliessen zu wollen!
Das Zauberwort heisst nämlich Schadensregulierung und genau in diesem Sinne sollte auch gehandelt werden. Wofür jedoch entsprechendes Einfühlungsvermögen und eine entsprechend gerechte Stimmenverteilung unabdingbar sind. Denn ohne genau diese Voraussetzungen werden selbst mit gutem Willen und ehrlichen Absichten nur jene profitieren, welche gar nicht darauf angewiesen wären. Und genau deshalb braucht es einen wie mich am runden Tisch, welcher auch die Stimme der Spinner, welche sich nicht scheuen mit einem Plakat um den Nacken aufzutreten.
Dome
 
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