Kinderheime in der Schweiz Historische Aufarbeitung

unter Einbezug von Berichten ehemaliger Heimkinder, Zeitzeugen, Akten, Bildquellen und Literatur. Ein Projekt der Guido-Fluri-Stiftung. Projektleitung: Dr. Thomas Huonker

Amtsvormundschaft St.Gallen

Amtsvormundschaft St.Gallen

Beitragvon poldi » 28.11.2010, 13:45

Für einige der "Zöglinge" war die Amtsvormundschaft an der Brühlgasse zuständig. Es gibt "Mädchen", denen schaudert noch heute beim Gedanken an die Finger (-Spiele unter dem Röcklein und im Höschen des Mündels) durch den Amtsvormund Hr. Dudl*.
Der einen und dem anderen Amtsangestellten müssen diese "Lüsternheiten" ihres Kollegen bekannt gewesen sein, nur so sind die "Störversuche" (eine Akte holen oder bringen, anschliessendes offen lassen der Türe, etc.) zu deuten. Hr. Dudl* verlagerte seine "Aktivitäten" darauf z.T. ins "private", also ausserhalb der Amtsräume.
Die "Briefe" oder "Zettelchen", welche dieser perverse Lüstling schrieb, wurden von den Opfern häufig kaum verstanden, die ausgeführten Handlungen machten diesen jedoch um so mehr zu schaffen.

Das erlebte war häufig schmerzhaft, für viele unbekannt, - auf jeden Fall nicht altersadäquat.

(zu solchen Vorkommnissen ist unter "Waisenhaus, später Kinderheim Rorschach Brigittli ein Beitrag vorgesehen)

Ich weiss wie sich in Amtsräumen ein Gefühl von ängstlich, ausgeliefert, sich nicht wehren dürfen und gefangen sein einstellen kann, andere Betroffene bestätigen mir diesen Hase / Schlange - Eindruck. Da reicht ein "das bleibt unter uns"- Hinweis oder eine vage Erwähnung von "es gibt da ganz andere Heime / Orte, wenn du meinst... da wird dir..."um solche "schönen Erinnerungen" für sich zu behalten, mit niemandem darüber zu sprechen. Einige der "Opfer" leben nicht mehr, sie konnten z.T. den Druck und den Schmerz nicht mehr ertragen, andere haben sich x-Tausend Franken -Therapien unterzogen, einige wenige steckten diese Dinge "einfach weg", oder "spülen sie auch heute noch runter".
Ob Anita, Brigitte, Carmen, Dani, Edith, Maria, Silvia, oder wie auch immer die Missbrauchsopfer heissen ( und hiessen ), Innerorts wie Ausserorts, Kantonsweit, Schweizweit, Weltweit wurden (und werden) Mädchen und Knaben von "Höhergestellten" auf übelste Weise missbraucht.

Ein weibliches Opfer von Amtsvormund Dudl* (nachdem ich den Kleiderbon erhalten, und mir im Kleidergeschäft einen Jupes aussuchen und mitnehmen durfte, wollte er diesen unbedingt sehen. Ich ging also zurück in die Brühlgasse. In seinem Büro schloss er die Türe, gab vor, meinen Jupe zu bewundern und streichelte dabei meine Oberschenkel auf der Innenseite von den Knien an aufwärts. Selbst mein Slip war kein Hinderniss, seine Finger waren an einem Ort und machten dort Sachen, die ich nicht wollte. Künftig "brauchte ich keine neuen Kleider mehr".
Diese Frau ist heute über 50 jährig, hat eine tiefe Selbstwertkrise (mit Drogen, Prostitution, etc.)* durchgemacht, eine Rettung in Ehe und Familie (mit Kind) half nichts, Therapien mit dem ausgegebenen Geld liesse sich z.B. ein gutes Auto kaufen) konnten das geschehene auch nicht rückgängig machen. [i] Ich weiss, dass diese Frau nach zerbrocherner Ehe, eingegangenen und wieder aufgelösten Partnerschaften heute in einer gewissen Distanz zum Geschehenen, wie auch zum Ort des Geschehens lebt, es gibt noch immer Momente und Situationen, in denen "das Alte" hochkommt.
*Nur zu deutlich wurde auch hier "du bist ja nichts Wert" eingetrichtert. Bewusstseinsverändernde Drogen (hier vorwiegend das beruhigende Cannabis / Marihuana) liessen diese Frau in "andere Sphären" gleiten, ein "Freund", für welchen sie "alles Tat, um ihn nicht zu verlieren", brachte sie dazu, sich "um ihre Liebe zu beweisen", für ihn zu prostituieren. Obwohl der offizielle Tarif für diese Dienstleistung "en Lappe" (100 Fr.) war, willigte sie auch bei Preisdrückern (50 Fr. / 30 Fr. oder weniger) ein, wichtig war nur eine "grosse Endsumme". Leider wurde auch aus dieser "Freundschaft" nichts, das Geld nahm der Mann, um sein Hobby, - amerikanische Oldtimer, - zu finanzieren, sie sass nach einem abrupten Ende der "Beziehung" auf der Strasse.
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Re: Amtsvormundschaft St.Gallen

Beitragvon Rudolf Bruno » 08.01.2011, 19:40

Ja ja dieser Amtsvormund ist mir bestens bekannt, wenn ich mich recht errinnere hat er nicht so gut gehört und gesehen, und musste immer recht nahe zu den Mündel(inen) und sich runterbücken und etwas halten! oder anfassen! Ich hatte drei Vormunde der war der erste. Aber seine Gehilfin Frl. Osterwalder war in Ordnung, obwohl ich nicht immer Ihrer Meinung war.
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Re: Amtsvormundschaft St.Gallen

Beitragvon poldi » 10.01.2011, 11:13

Glück hatte, wer unter die Zuständigkeit von Frl.Weber (ähnlich Frl. Osterwalder) oder am besten von Dr. Hänzi fiel. Dieser war zwar stark ausgelastet aber korrekt. Er verstand es (schon damals !!), in einer Amtsstube so zu sprechen und zu erklären, dass ein "normales Menschlein" das gesagte verstehen konnte. .
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